Simon Liebendörfer - stellvertretender musikalischer Leiter/Tenor

Seit 2009 im Chor  

 

 

 

Wie bist du in diesen Chor gekommen?

Nachdem ich in meiner Schulzeit immer im Jugendhaus war und von daher schon Kontakt zu Sandra hatte, hat sie mich kurz nach ihren ersten Proben angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, in einem Gospelchor zu singen. Meine musikalischen Erfahrungen hatte ich bis dato nur in Kinder- und Schulchören gesammelt. Nachdem Sandra mich des Öfteren gefragt hatte, ob ich zum Singen komme, hatte ich mir gesagt, dass ich zweimal mitkomme und dann absagen würde, da ich mir das so richtig noch nicht vorstellen konnte. Also beschloss ich hinzugehen. Das Schöne an der Sache war, dass ich zu diesem Zweck bei zwei fremden Frauen in ein Auto steigen sollte und ich nur den Fahrzeugtyp und die Buchstaben des Kennzeichens kannte. Ich bin vorher noch nie bei zwei Frauen in ein Auto gestiegen und habe die Worte „Hi, seid ihr die vom Gospelchor“ benutzt.
Tja aus den zwei Proben die ich mir vorgenommen hatte sind dann doch mehrere Proben geworden, bis ich den Chor im Jahr 2006 aus zeitlichen Gründen verlassen musste. Von dann war ich leider nur noch als Gastsänger bei einigen Auftritten dabei.
Seit Juni 2009 habe ich zum Glück wieder die Zeit, bei diesem Chor mitzuwirken, worüber ich sehr froh bin.

ff

Was gefällt dir ganz besonders an diesem Chor?

Das Besondere an den Children of Joy ist für mich die Tatsache, dass ich kurz nach der Gründung dieses Chors dazu gekommen bin. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, den Chor grundlegend mit zu formen und zu gestalten. Wir haben als zusammengewürfelter Haufen begonnen und sind mittlerweile zu einem semiprofessionellen Gospelchor geworden. Dies hat mir gezeigt, dass es sich wirklich lohnt sich zu engagieren und viel Zeit und Energie in etwas zu stecken. Nachdem ich mittlerweile mit Svenja zusammen die musikalische Leitung habe, bestätigt das nur die jahrelange und harte Arbeit. Aber es ist sehr schön, wenn man sehen kann, wie sich etwas entwickelt, das man am Anfang doch belächelt hat. Und wenn ich jetzt an die alten Zeiten zurück denke, stellt sich mir oft die Frage, wie wir das damals eigentlich machen konnten. Die Entwicklung des Chores wirkt für mich doch immer wieder wie ein Wunder Gottes, aber ich bin verdammt froh, dass ich daran teilhaben durfte und auch weiterhin dabei sein darf.

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Warum gerade Gospel?

Warum gerade Gospel, oh, da muss ich jetzt leider etwas ausholen. Als Kind eines Pfarrers bin ich mit dem Glauben an Gott aufgewachsen, aber auch wenn ich mit den Liedern des Gesangbuchs vertraut bin, war das irgendwie nie wirklich meine Welt. Der Glaube als solcher gehört zu meinem Leben, wie mein Körper, aber musikalisch konnte ich das jahrelang nicht vereinen. Irgendwann hatte ich eine Phase in meinem Leben, wo ich mich von Gott entfernt hatte. Ich glaube, man nennt das Pubertät, da ich alles was auch nur annähernd mit Kirche zu tun hatte mit meinem Vater gleichgesetzt hatte. Aber zum Glück bin ich zum Glauben zurückgekehrt, was nicht bedeutet, dass ich mich mit meinen Vater nicht verstehen würde, ganz im Gegenteil!
Ich war zudem immer sehr freiheitsliebend. Um diese Wünsche zu vereinen, eignet sich der Gospel ideal. Durch Improvisationen oder Veränderungen von kleinsten Textbausteinen oder Harmonien kann man den Song in eine gewünschte Richtung lenken. Ich habe gelernt in dem Gospel meinen Emotionen Raum zur Entfaltung zu geben. Dadurch kann ich unter anderem Stress und Aggressionen abbauen und bin ausgeglichener. Dies alles ist möglich während ich durch den Einsatz meiner Stimme Gott lobe und preise.
Musikalisch gesehen ist der Gospel sehr facettenreich, was mich durchaus anspricht. Durch die Vielfalt der unterschiedlichen Stile, Tonarten und Tempi kann ich zu jeder Lebenslage den passenden Song finden und als Gebet nutzen, wenn mir gerade keine Worte einfallen sollten um meine Gefühle und das, was mich belastet, auszudrücken.
Ich denke, dass das der Grund ist, warum ich so gerne Gospel singe und höre.

Ein Wort zum Abschluss:

May the Lord God bless you real good!